Werkstatt 2015/2016: Vorbereitung des Überführungstörns von der Schlei an die Havel

Nuries Vorbereitung auf ihre Überführung nach Werder an der Havel war aufgrund der langen Anreise von Berlin nach Schleswig auf zwei Termine beschränkt: Einen Tag im Oktober 2015 sowie eine knappe Woche unmittelbar vor Törnbeginn am 2.5.2016.

Im Oktober erhielt nuries Unterwasserschiff einen ersten Antifouling-Anstrich. Außerdem holte ich Segel und Polster beim Voreigner in Hamburg ab, sowie per Ebay erstandene Papierseekarten in Maasholm. Die Kattegat-Serie erhielt ich gratis dazu, nachdem ich dem Ebay-Verkäufer kurz meine Pläne mit dem neuen alten Boot schilderte. Eine nette und beeindruckende Bekanntschaft machte ich auch in der Jugendherberge in Kiel, wo ich für eine Nacht blieb. Mein Zimmergenosse dort kam aus Konstanz. Zu Fuß.

Ein kleinerer Holzschaden tauchte beim Aufslippen im Herbst auf, nicht am Boot, sondern am Mast. Eines der Salinghölzer war bis zur Bohrung aufgerissen. Eine kleine Aufgabe, die ich mit nachhause nehmen konnte und im Winter erledigte. Zuerst fertigte ich eine Saling aus einem Stück Holz, entschied mich dann aber für die zweite Variante aus zwei verleimten Leisten.

Eine erste Beschichtung der Unterwasserplanken mit selbstpolierendem Antufouling erhielt das Boot noch im Herbst, dann überließ ich es dem Außenlager-Winterschlaf.

Als ich an einem verregneten Aprilwochenende zurückkehrte, war das Boot zwar noch nicht im Wasser, aber das Wasser schon im Boot. Meine erste Handlung im neuen Skipperamt bestand im Ausschöpfen der Cockpit-Badewanne. Die schwere Winterplane war bis auf die Bodenbretter verrutscht, darauf standen mehrere hundert Liter Wasser. Auch in der Bilge stand ordentlich Wasser und einige Planken sahen nach den Wintermonaten ziemlich mitgenommen aus. Was meiner Begeisterung jedoch ebensowenig Abbruch tat, wie das ungemütliche Aprilwetter. Glücklich schrubbte und schliff ich unter auf die Plane prasselnden Hagelkörnern vor mich hin.

Bei der Auswahl der Anstriche hielt ich mich an die Empfehlungen des Vorbesitzers. 1K-Polyurethan-Lack für die Überwasserplanken in Blau, eine weitere Schicht selbstpolierendes Antifouling in Rot. Für die Bilge und die Plankeninnenseiten bis zur Wasserlinie verwendete ich nach ausgiebigem Schleifen eine Mischung aus Leinöl, Holzteer und Balsamterpentin. Eine ähnliche, jedoch zusätzlich mit Wachs versetzte und dadurch festere Fertigmischung verwendete ich ausgiebig zum Verspachteln von Trockenrissen in den Unterwasserplanken.

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